Birkenholz mit Durchblick

In Zukunft könnte Holz bei der Wärmewende helfen. Wenn es nach Forschern vom KTH Royal Institute of Technology in Stockholm geht. Sie wollen daraus Bauelemente für Häuser machen, die Licht durchlassen und als Wärmespeicher für stets angenehm temperierte Räume sorgen.

Doch wie kann man Holz durchsichtig machen?

Zunächst bleichen die Forscher das Material, indem sie Lignin daraus entfernten. Das chemisch behandelte Holz ist dann weiß aus, weil das Licht an den Zellwänden der Fasern gestreut wird. Erst wenn die Zwischenräume mit Kunststoff gefüllt sind, etwa jenem, aus dem auch Acrylglas besteht, wird Holz transparent. 

Und das Beste dabei ist, dass die natürliche Faserstruktur des Holzes erhalten bleibt. Somit bleibt es stabil und flexibel.

Das Team aus Stockholm etwa berichtete 2016, dass transparentes Holz im Vergleich stabiler als Fensterglas ist und deutlich besser Wärme isoliert.

Ein kürzlich auf einer Messe in Orlando Florida vorgestellte Variante ist zusätzlich in der Lage Wärme zu speichern und nachts in das Haus hinein abzugeben. 

Dafür kombinieren die Forscher den Acrylkunststoff mit dem Polymer Polyethylenglykol (PEG), bevor sie das Holz damit tränken.

PEG zählt zu den Phasenwechselmaterialien: Sie nehmen beim Schmelzen viel Wärme auf und geben sie wieder ab, wenn sie fest werden.

"An einem sonnigen Tag kann das PEG-haltige, transparente Holz die Hitze aufnehmen, bevor sie ins Innere gelangt. Nachts tritt der umgekehrte Effekt ein und die Wärme wird nach innen abgegeben" - so ein Forscher.

Die Vielseitigkeit des Werkstoffes Holz überrascht immer wieder.

Quelle

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